Wie verändert Cloud-Transformation die Personalanforderungen in der Bankberatung?

Daniel Hoffmann ·
Frankfurter Bankenhochhaus aus Glas und Stahl spiegelt sich in poliertem Konferenztisch, offenes Lederportfolio im Vordergrund, nächtliche Skyline.

Cloud-Transformation verändert die Personalanforderungen in der Bankberatung grundlegend: Gefragt sind nicht mehr reine Prozessberater, sondern Führungskräfte, die regulatorische Tiefe, technologisches Verständnis und Transformationserfahrung in einer Person vereinen. Dieser Wandel stellt Banken und Beratungshäuser gleichermaßen vor erhebliche Besetzungsherausforderungen, weil das entsprechende Kandidatenprofil am Markt rar ist. Die folgenden Fragen beleuchten, welche Kompetenzen konkret gefragt sind, wo die besten Kandidaten herkommen und wie Executive Search bei der Besetzung dieser Mandate helfen kann.

Welche neuen Fachkompetenzen verlangt Cloud-Transformation von Beratern im Banking?

Cloud-Transformation in Banken erfordert von Beratern eine Kombination aus technologischem Architekturverständnis, regulatorischer Kompetenz und tiefem Verständnis von Core-Banking-Prozessen. Wer nur eines dieser drei Felder beherrscht, kommt in komplexen Mandaten schnell an seine Grenzen. Entscheidend ist die Fähigkeit, zwischen IT-Architekten, Compliance-Teams und dem C-Level zu vermitteln.

Konkret bedeutet das: Ein Berater, der eine Bank bei der Migration auf eine Cloud-Infrastruktur begleitet, muss verstehen, wie sich Anforderungen aus DORA, MaRisk und den EBA-Guidelines zu Cloud-Outsourcing auf die Architekturentscheidungen auswirken. Gleichzeitig muss er Themen wie Vendor Lock-in, Multi-Cloud-Strategien und Exit-Fähigkeit so kommunizieren können, dass Vorstände handlungsfähig werden.

Hinzu kommen Kompetenzen in den Bereichen Payments, Open Banking und Embedded Finance, weil Cloud-Transformation in Banken selten isoliert stattfindet. Sie ist fast immer mit einer umfassenderen Plattformstrategie verknüpft. Berater, die diese Zusammenhänge durchdringen, sind entsprechend gefragt und schwer zu finden.

Wie verändert sich das Anforderungsprofil für Senior-Berater in Cloud-Projekten?

Das Anforderungsprofil für Senior-Berater in Cloud-Projekten im Banking verschiebt sich deutlich in Richtung Transformationsführerschaft. Fachliches Know-how allein reicht nicht mehr aus. Gefragt sind Führungskräfte, die große Programmbudgets steuern, regulatorische Eskalationen managen und gleichzeitig die Vertrauensbasis auf Vorstandsebene aufrechterhalten können.

Klassische Beraterprofile mit reinem IT-Strategie-Hintergrund geraten dabei unter Druck, weil Banken zunehmend erwarten, dass Senior-Berater auch in der Lage sind, gegenüber Regulatoren belastbar zu argumentieren. Wer DORA-Anforderungen an Cloud-Dienstleister nicht aus eigener Projekterfahrung kennt, verliert schnell an Glaubwürdigkeit.

Parallel steigt die Erwartung an Commercial Skills. Senior-Berater in Cloud-Transformationsprojekten sind häufig auch für Account Development verantwortlich, müssen Follow-on-Mandate eigenständig entwickeln und das Beratungshaus als strategischen Partner positionieren. Das Profil ähnelt damit zunehmend dem eines Managing Directors in einer Beratungsboutique, nicht mehr dem eines klassischen Projektleiters.

Warum sind klassisch ausgebildete Bankenberater im Cloud-Umfeld oft schwer zu finden?

Klassisch ausgebildete Bankenberater verfügen über starke Sektorkenntnisse und ein regulatorisches Fundament, aber häufig nicht über die technologische Tiefe, die Cloud-Transformationsprojekte in der Praxis verlangen. Das Profil, das Banken suchen, existiert am Markt kaum in Reinform, weil es eine Karriere voraussetzt, die bewusst beide Welten durchlaufen hat.

Hinzu kommt ein strukturelles Problem: Die meisten erfahrenen Bankenberater haben ihre Karriere in einer Zeit aufgebaut, in der On-Premise-Architekturen und Mainframe-Systeme der Standard waren. Cloud-native Denkmuster und agile Delivery-Methoden wurden in diesen Karrierepfaden kaum systematisch vermittelt.

Wer heute ein belastbares Cloud-Transformationsprofil mit Bankensektor-Credentials vorweisen kann, hat das in der Regel durch eine bewusste Kombination aus Projekterfahrung bei Hyperscalern, Cloud-nativen Beratungshäusern und klassischen Financial-Services-Mandaten aufgebaut. Diese Kandidaten sind vorwiegend latent wechselbereit, nicht aktiv suchend, und reagieren auf Stellenanzeigen erfahrungsgemäß nicht. Sie müssen gezielt angesprochen werden.

Welche Branchen liefern die besten Kandidatenprofile für Cloud-Mandate in Banken?

Die stärksten Kandidatenprofile für Cloud-Mandate im Banking kommen aus drei Quellen: den großen Technologieberatungen mit Financial-Services-Fokus, den Hyperscaler-eigenen Financial-Services-Teams sowie aus spezialisierten Boutique-Beratungen, die sich auf Core-Banking-Transformation oder Payments spezialisiert haben.

Kandidaten aus den Financial-Services-Practices der großen Technologieberatungen bringen häufig eine Kombination aus Cloud-Architekturkenntnissen und Projekterfahrung in regulierten Umgebungen mit. Ihr Vorteil: Sie kennen die Komplexität von Bankenmandaten aus der Praxis. Ihr Nachteil: Ihnen fehlt mitunter die Tiefe in klassischen Bankprozessen wie Settlement, Custody oder Treasury.

Kandidaten aus den Hyperscaler-Teams, also aus den Financial-Services-Einheiten von AWS, Microsoft Azure oder Google Cloud, haben dagegen ein starkes technologisches Fundament und verstehen Cloud-Architekturen aus dem Kern heraus. Was sie häufig noch aufbauen müssen, ist die regulatorische Erfahrung und das Verständnis für die institutionellen Entscheidungsprozesse in Banken.

Besonders interessant sind Kandidaten, die beide Welten bereits durchlaufen haben und dabei eine Führungsverantwortung in der Beratung aufgebaut haben. Diese Profile sind am seltensten und entsprechend am stärksten umworben.

Wann sollte eine Bank für Cloud-Transformationsprojekte auf Executive Search setzen?

Eine Bank sollte auf Executive Search als Methode setzen, wenn die gesuchte Position eine Kombination aus spezifischen Fachkompetenzen, Führungserfahrung und Sektorkredibilität verlangt, die über den aktiven Bewerbermarkt nicht zuverlässig abzubilden ist. Das ist bei Senior-Rollen in Cloud-Transformationsprojekten regelmäßig der Fall.

Aktive Kandidatensuche über Stellenanzeigen oder Plattformen erreicht in diesem Segment nur einen Bruchteil der relevanten Profile. Die stärksten Kandidaten sind in laufenden Mandaten eingebunden, wechselbereit unter den richtigen Bedingungen, aber nicht aktiv suchend. Nur ein gezielter, direkter Ansatz über ein spezialisiertes Netzwerk erschließt diesen Markt.

Darüber hinaus erfordert die Besetzung von Führungspositionen in regulierten Umgebungen ein hohes Maß an Diskretion. Sowohl auf Seiten der suchenden Bank als auch auf Seiten der Kandidaten. Dieser Anspruch ist mit standardisierten Recruiting-Prozessen nicht zu erfüllen.

Wie wird sich der Markt für Cloud-Beratungsprofile im Banking in den nächsten Jahren entwickeln?

Der Markt für Cloud-Beratungsprofile im Banking wird in den nächsten Jahren weiter an Dynamik gewinnen, weil die Transformationsprojekte in europäischen Banken erst begonnen haben. Viele Institute stehen noch am Anfang ihrer Cloud-Journey, und der regulatorische Druck durch DORA und die EBA-Leitlinien zum Cloud-Outsourcing verstärkt den Handlungsdruck zusätzlich.

Gleichzeitig wird die Nachfrage nach Profilen steigen, die Cloud-Expertise mit Kenntnissen in KI-Integration verbinden. Generative KI in Banken und die Frage, wie KI-Workloads sicher und regulatorisch konform in Cloud-Umgebungen betrieben werden können, wird zum eigenständigen Beratungsfeld. Kandidaten, die diesen Schnittpunkt bereits heute abdecken, werden in den nächsten Jahren zu den gefragtesten Profilen im Financial-Services-Sektor gehören.

Für Beratungshäuser und Banken bedeutet das: Der Wettbewerb um diese Profile wird sich verschärfen. Wer heute nicht aktiv in den Aufbau eines belastbaren Netzwerks zu diesen Kandidaten investiert, wird in zwei bis drei Jahren unter erheblichem Besetzungsdruck stehen. Proaktives Talent Mapping wird zur strategischen Notwendigkeit.

Wie GKES bei der Besetzung von Cloud-Transformationsprofilen im Banking unterstützt

Wir bei GKES verstehen die Besetzungsherausforderungen im Bereich Cloud-Transformation im Banking aus dem Kern heraus, weil unser Team selbst operative Erfahrung im Financial-Services-Sektor mitbringt. Das erlaubt uns, Mandate nicht nur auf der Ebene von Jobtiteln zu verstehen, sondern die fachliche Tiefe und die institutionellen Anforderungen auf Augenhöhe zu durchdringen.

Konkret unterstützen wir Banken und Beratungshäuser bei folgenden Herausforderungen:

  • Identifikation und direkter Ansatz von latent wechselbereiten Senior-Profilen mit Cloud-Transformationserfahrung im Financial-Services-Sektor
  • Marktanalyse und Talent Mapping für Führungsrollen an der Schnittstelle von Cloud, Regulatorik und Core-Banking-Transformation
  • Diskrete Besetzung von Schlüsselpositionen, bei denen Vertraulichkeit gegenüber Markt und Wettbewerb oberste Priorität hat
  • Beratung zu Anforderungsprofilen und Vergütungsstrukturen für neue Rollenbilder, die am Markt noch keine etablierten Benchmarks haben

Unser Ansatz ist partnerschaftlich und auf die spezifische Situation des Mandanten ausgerichtet, nicht prozessgetrieben. Wenn Sie vor einer Besetzungsherausforderung im Bereich Cloud-Transformation oder digitale Transformation im Banking stehen, sprechen Sie uns an. Weitere Informationen zu unserem Leistungsangebot finden Sie auf unserer Seite für Unternehmen.

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