Wie unterscheiden sich die Aufgaben eines Pitchbook-Teams von denen des Execution-Teams?

Daniel Hoffmann ·
Overhead-Ansicht eines Konferenztisches mit zwei Stapeln ledergebundener Dokumente, Füllfederhalter, Frankfurter Skyline im Hintergrund.

Pitchbook-Team und Execution-Team sind zwei strukturell getrennte Funktionen im Investment Banking, die unterschiedliche Phasen des Dealzyklus abdecken. Das Pitchbook-Team verantwortet die Mandatsgewinnung, das Execution-Team die Transaktionsdurchführung. In der Praxis ist die Trennlinie jedoch selten absolut, und das Verständnis beider Funktionen ist entscheidend für eine kluge Karriereplanung im Investment Banking.

Welche konkreten Aufgaben übernimmt ein Pitchbook-Team im Tagesgeschäft?

Das Pitchbook-Team ist für die Erstellung von Präsentationsmaterialien zuständig, mit denen eine Bank neue Mandate gewinnt oder bestehende Kundenbeziehungen pflegt. Im Kern geht es um Deal Origination: Das Team bereitet Pitches, Teasers, Tombstones und Marketingmaterialien vor, die Vorstandsgesprächen und Client Visits zugrunde liegen.

Im Tagesgeschäft bedeutet das konkret:

  • Erstellung von Pitchbooks und Präsentationen für M&A-, ECM- oder DCM-Mandate, oft unter erheblichem Zeitdruck
  • Marktrecherche und Wettbewerbsanalysen, um potenzielle Targets oder Käufer zu identifizieren
  • Entwicklung von Bewertungsrahmen und Transaktionsideen, die dem Coverage-Banker als Gesprächsgrundlage dienen
  • Pflege und Aktualisierung von Datenbanken zu Transaktionsvergleichen, Multiples und Marktentwicklungen
  • Enge Zusammenarbeit mit dem Coverage-Team, um sektorspezifische Expertise in Präsentationen zu übersetzen

In vielen Häusern ist das Pitchbook-Team eng mit dem Coverage-Desk verzahnt. Analysten und Associates verbringen einen erheblichen Teil ihrer Arbeitszeit mit der Erstellung dieser Materialien, bevor ein Mandat überhaupt gewonnen ist. Die Qualität des Pitchbooks ist dabei kein Selbstzweck, sondern ein unmittelbarer Hebel für die Mandatsgewinnung.

Wofür ist das Execution-Team im Investment Banking verantwortlich?

Das Execution-Team übernimmt die operative Transaktionsdurchführung, sobald ein Mandat gewonnen wurde. Es trägt die Verantwortung für den gesamten Prozess vom Signing bis zum Closing, inklusive Due Diligence, Dokumentation, Verhandlungsführung und Koordination aller Prozessbeteiligten.

Typische Aufgaben im Execution-Alltag umfassen:

  • Steuerung des Transaktionsprozesses einschließlich Timelines, Milestones und Stakeholder-Management
  • Erstellung und Verhandlung von Transaktionsdokumenten wie Information Memoranda, Term Sheets und Signing-Dokumenten
  • Koordination mit Rechtsanwälten, Wirtschaftsprüfern, Steuerberatern und anderen Advisors
  • Aufbau und Management von Virtual Data Rooms sowie Begleitung der Buy-Side- oder Sell-Side-Due-Diligence
  • Erstellung detaillierter Finanzmodelle, die nicht mehr der Mandatsgewinnung, sondern der Transaktionsstrukturierung dienen
  • Direkte Kommunikation mit Käufern, Verkäufern, Emittenten oder Kapitalgebern über den gesamten Prozess hinweg

Execution-Banker arbeiten unter permanentem Ergebnisdruck, weil jede Verzögerung unmittelbare finanzielle Konsequenzen hat. Der Fokus liegt auf Präzision, Prozessdisziplin und der Fähigkeit, komplexe Interessen mehrerer Parteien zu koordinieren. Für viele Finance Professionals ist die fachliche Tiefe im Execution-Bereich ein zentrales Karrieremerkmal.

Wo genau endet die Arbeit des Pitchbook-Teams und beginnt die des Execution-Teams?

Die Übergabe zwischen Pitchbook- und Execution-Team erfolgt in der Regel mit dem Mandatsgewinn, also dem Moment, in dem der Mandant den Engagement Letter unterzeichnet. Bis dahin liegt die Verantwortung beim Coverage- und Pitchbook-Team; danach übernimmt das Execution-Team die operative Führung.

In der Praxis ist diese Grenze jedoch fließend. Während des Pitchprozesses werden bereits erste Finanzmodelle und Transaktionsstrukturen entwickelt, die das Execution-Team später weiterführt. Umgekehrt begleiten Coverage-Banker häufig auch die Execution-Phase, um die Kundenbeziehung zu halten. Die formale Übergabe markiert also einen Schwerpunktwechsel, keine vollständige Ablösung.

Besonders in M&A-Prozessen gibt es eine kurze Überlappungsphase, in der das Pitchbook-Team die ersten Prozessdokumente vorbereitet, bevor das Execution-Team die vollständige Kontrolle übernimmt. In DCM-Transaktionen ist die Übergabe häufig abrupter, weil der Zeitdruck höher ist und die Prozesse standardisierter ablaufen.

Welche Fähigkeiten unterscheiden erfolgreiche Pitchbook-Banker von starken Execution-Bankern?

Erfolgreiche Pitchbook-Banker zeichnen sich durch kreatives Denken, strukturierte Kommunikation und die Fähigkeit aus, komplexe Ideen visuell überzeugend zu vermitteln. Starke Execution-Banker hingegen brillieren durch Prozessdisziplin, Detailgenauigkeit und die Fähigkeit, unter Druck komplexe Transaktionen über die Ziellinie zu bringen.

Stärken im Pitchbook-Umfeld

Pitchbook-Banker müssen in der Lage sein, eine Transaktionsidee so zu strukturieren, dass sie beim Vorstand eines Mandanten sofort verfängt. Das erfordert ein gutes Gespür für Marktnarrativ, Bewertungslogik und die strategische Rationale einer Transaktion. Hinzu kommen starke PowerPoint-Kompetenz, schnelle Recherchefähigkeiten und ein Verständnis dafür, was Coverage-Banker ihren Kunden verkaufen wollen.

Stärken im Execution-Umfeld

Execution-Banker brauchen ein anderes Profil: Sie müssen Prozesse managen, Prioritäten setzen und unter hohem Zeitdruck präzise arbeiten. Starke Execution-Banker sind belastbar, kommunikationsstark gegenüber externen Advisors und in der Lage, auch in der finalen Phase eines Deals den Überblick zu behalten. Tiefes Finanzmodellierungs-Know-how und Verhandlungserfahrung sind hier entscheidend.

Gibt es Banken, in denen beide Funktionen von denselben Personen ausgeübt werden?

Ja, in vielen Banken, insbesondere in mittelgroßen und kleineren Häusern sowie in spezialisierten Boutiquen, übernehmen dieselben Analysten und Associates sowohl Pitchbook- als auch Execution-Aufgaben. Eine strikte funktionale Trennung ist vor allem in den großen Bulge-Bracket-Banken zu finden.

In Full-Service-Investmentbanken mit großem Dealflow gibt es häufig spezialisierte Product Groups, die ausschließlich auf Execution fokussiert sind, während Coverage-Teams primär pitchen und originate. In M&A-Boutiquen hingegen arbeitet ein Associate typischerweise an beiden Fronten gleichzeitig, was die Lernkurve steiler, aber auch breiter macht.

Für Finance Professionals, die einen möglichst vollständigen Dealzyklus verstehen wollen, kann ein Einstieg in einer Boutique oder einem mittelgroßen Haus strategisch sinnvoll sein. Wer hingegen früh in eine tiefe Execution-Spezialisierung investieren möchte, findet diese Möglichkeit eher in den strukturierten Programmen der großen Häuser.

Welche Rolle spielt diese Unterscheidung bei der Karriereplanung im Investment Banking?

Die Frage, ob man primär in einem Pitchbook- oder Execution-orientierten Umfeld arbeitet, hat erhebliche Auswirkungen auf das Skillset, das man aufbaut, und damit auf die mittelfristigen Karrierewege im Investment Banking und darüber hinaus.

Wer frühzeitig starke Execution-Erfahrung sammelt, ist für den Wechsel in Private Equity, Corporate Development oder M&A-nahe Positionen auf Unternehmensseite gut positioniert. Private-Equity-Gesellschaften suchen Finance Professionals, die Transaktionen end-to-end begleitet haben und Finanzmodelle nicht nur für Pitches, sondern für reale Investitionsentscheidungen gebaut haben.

Wer hingegen primär im Pitchbook-Umfeld arbeitet, entwickelt Stärken in der Kundenkommunikation, im Marktverständnis und im strategischen Denken, die für Coverage-Karrieren, Corporate-Finance-Beratung oder später für Business-Development-Rollen in Finanzdienstleistern relevant sind.

Für die Karriereplanung gilt: Es empfiehlt sich, frühzeitig zu verstehen, welches Profil die eigene Bank aufbaut, und aktiv Exposure zu beiden Funktionen zu suchen, sofern das die Struktur des Hauses erlaubt. Viele erfolgreiche Managing Directors im Investment Banking haben in ihrer Karriere beide Welten durchlaufen.

Wie GKES bei der Karriereentwicklung im Investment Banking unterstützt

Die Frage, ob man sich auf Pitchbook, Execution oder beide Funktionen spezialisiert, ist nicht nur eine Frage des Tagesgeschäfts, sondern eine strategische Weichenstellung. Wir bei GKES begleiten Finance Professionals und Führungskräfte im Investment Banking genau an diesem Punkt: mit fachlicher Substanz, einem belastbaren Netzwerk und einem 360-Grad-Verständnis des Marktes, das aus eigener operativer Erfahrung in unterschiedlichen Disziplinen des Financial-Services-Sektors stammt.

Konkret unterstützen wir in folgenden Bereichen:

  • Karrierepositionierung: Wir helfen dabei, einzuschätzen, welches Profil, ob Pitchbook-nah, Execution-fokussiert oder beides, für den nächsten Karriereschritt am stärksten wirkt
  • Mandatszugang: Wir besetzen Führungspositionen bei Investmentbanken, Finanzdienstleistern und Beratungshäusern, die gezielt nach Professionals mit spezifischer Execution- oder Origination-Erfahrung suchen
  • Markteinschätzung: Wir geben Orientierung darüber, welche Banken und Häuser welche Funktionsprofile derzeit suchen und wie sich der Markt für Investment-Banking-Professionals in 2026 entwickelt
  • Diskretion: Alle Gespräche laufen auf Partnerniveau und unter vollständiger Vertraulichkeit

Wer seine nächste Karrierestufe im Investment Banking strategisch angehen möchte, findet bei uns einen Gesprächspartner auf Augenhöhe. Mehr zu unserem Ansatz im Executive Search und zu den Möglichkeiten für Unternehmen, die gezielt nach Investment-Banking-Profilen suchen, erfahren Sie direkt auf unserer Website. Sprechen Sie uns an.

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