Wie läuft ein M&A-Prozess im Investment Banking ab?

Daniel Hoffmann ·
Frankfurter Skyline in der Dämmerung, im Konferenztisch gespiegelt, mit Ledermappe und Füllfederhalter im Vordergrund.

Ein M&A-Prozess im Investment Banking folgt einer klar strukturierten Abfolge von Phasen, die von der strategischen Vorbereitung über die Käufer- oder Verkäuferansprache, die Due Diligence und Bewertung bis zum Signing und Closing reichen. Die Gesamtdauer liegt typischerweise zwischen drei und zwölf Monaten, abhängig von Transaktionskomplexität, Käuferstruktur und regulatorischen Anforderungen. Die folgenden Abschnitte beleuchten die wichtigsten Fragen rund um den Ablauf, die Beteiligten und die zentralen Mechanismen eines M&A-Deals.

Welche Phasen durchläuft ein M&A-Prozess typischerweise?

Ein M&A-Prozess gliedert sich typischerweise in vier Kernphasen: Vorbereitung, Vermarktung, Due Diligence und Verhandlung sowie Signing und Closing. Jede Phase hat eigene Deliverables, Zeitfenster und Entscheidungspunkte, die den weiteren Prozessverlauf bestimmen.

Vorbereitungsphase

In der Vorbereitungsphase erarbeitet das M&A-Advisory-Team gemeinsam mit dem Mandanten die Transaktionsstrategie. Dazu gehören die Erstellung eines Information Memorandum (IM), die Entwicklung eines Financial Models, die Identifikation potenzieller Käufer oder Targets sowie die Festlegung des Prozessformats. Auf der Sell-Side steht die Equity Story im Vordergrund, auf der Buy-Side die strategische Rationale für eine Akquisition.

Vermarktungs- und Angebotsphase

In einem strukturierten Prozess werden potenzielle Käufer in Wellen angesprochen. Nach Unterzeichnung eines Non-Disclosure Agreement (NDA) erhalten qualifizierte Interessenten das IM und werden zu einer Management Presentation eingeladen. Auf dieser Basis geben sie ein indikatives Angebot ab, das als Grundlage für die Shortlist für die nächste Runde dient.

Due Diligence und Verhandlungsphase

Shortlisted Bidder erhalten Zugang zu einem Virtual Data Room (VDR) und führen ihre Due Diligence durch. Parallel werden die Vertragsverhandlungen vorbereitet. Am Ende dieser Phase steht das Binding Offer, auf dessen Basis der bevorzugte Bieter ausgewählt wird.

Signing und Closing

Nach finalen Vertragsverhandlungen erfolgt das Signing des Share Purchase Agreement (SPA) oder Asset Purchase Agreement. Das Closing setzt häufig regulatorische Freigaben voraus, etwa durch Kartellbehörden oder Aufsichtsbehörden wie die BaFin, und markiert den rechtlichen Eigentumsübergang.

Wer ist an einem M&A-Prozess im Investment Banking beteiligt?

An einer M&A-Transaktion sind auf jeder Seite mehrere spezialisierte Parteien beteiligt. Auf Käufer- und Verkäuferseite stehen jeweils Investment-Banking-Teams als M&A-Advisor, ergänzt durch Legal Counsel, Steuerberater, Financial-Due-Diligence-Spezialisten und gegebenenfalls Debt Advisors oder Leveraged-Finance-Teams.

Das Investment-Banking-Team selbst besteht typischerweise aus einem Managing Director oder Director als Deal Lead, einem Vice President als Prozessmanager sowie Analysts und Associates, die das Financial Modelling, die Erstellung von Pitchbooks und das Management des VDR verantworten. Bei größeren Transaktionen mit Fremdfinanzierungskomponente, etwa einem Leveraged Buyout, treten zusätzlich LevFin-Desks und Debt-Capital-Markets-Teams hinzu, die die Akquisitionsfinanzierung strukturieren und syndizieren.

Auf Käuferseite, insbesondere bei Financial Sponsors wie Private-Equity-Gesellschaften, agieren Investment-Professionals des Fonds als Entscheidungsträger, während externe Berater die fachspezifische Prüfung übernehmen. Bei strategischen Käufern liegt die Steuerung häufig bei der Corporate-Development- oder M&A-Funktion des Unternehmens. Wer die fachlichen Disziplinen im Investment Banking kennt, versteht, wie eng die Zusammenarbeit zwischen diesen Funktionen in einem laufenden Prozess ist.

Was passiert während der Due Diligence in einer M&A-Transaktion?

Die Due Diligence ist die systematische Prüfung eines Unternehmens vor einer Akquisition. Sie umfasst typischerweise die Bereiche Financial, Legal, Tax, Commercial und teilweise Operational oder IT Due Diligence. Ziel ist die Identifikation von Risiken, die Validierung der Equity Story und die Grundlage für die finale Kaufpreisfindung.

Die Financial Due Diligence analysiert die historische Performance, die Qualität der Erträge (Quality of Earnings), Working-Capital-Anforderungen und potenzielle Adjustierungen des EBITDA. Die Legal Due Diligence prüft Vertragsbeziehungen, Rechtsstreitigkeiten, IP-Rechte und regulatorische Compliance. Bei Transaktionen im Financial-Services-Sektor kommt der regulatorischen Due Diligence besondere Bedeutung zu, da Lizenzfragen, aufsichtsrechtliche Anforderungen und bestehende Prüfungsfeststellungen direkte Auswirkungen auf den Transaktionswert haben können.

Erkenntnisse aus der Due Diligence fließen in die Vertragsverhandlungen ein: Identifizierte Risiken werden als Representations and Warranties, Indemnities oder Kaufpreisanpassungsmechanismen (Locked-Box vs. Completion Accounts) im SPA abgebildet.

Wie wird ein Unternehmen im M&A-Prozess bewertet?

Die Unternehmensbewertung im M&A-Kontext basiert in der Regel auf drei Methoden: der Discounted-Cash-Flow-Analyse (DCF), dem Trading-Comparables-Ansatz und dem Transaction-Comparables-Ansatz. In der Praxis werden diese Methoden kombiniert und in einer Bewertungsbrücke (Football Field) zusammengeführt.

Der DCF-Ansatz diskontiert prognostizierte Free Cash Flows mit einem gewichteten Kapitalkostensatz (WACC) und ist besonders sensitiv auf Annahmen zu Wachstumsrate und Terminal Value. Trading Comparables leiten Bewertungsmultiples aus börsennotierten Vergleichsunternehmen ab, typischerweise EV/EBITDA oder EV/EBIT. Transaction Comparables ziehen abgeschlossene M&A-Deals als Referenzpunkt heran und spiegeln gezahlte Kontrollprämien wider.

Bei Leveraged-Finance-Transaktionen, etwa einem Sponsor-getriebenen LBO, tritt ergänzend die LBO-Analyse hinzu. Sie modelliert die maximal tragbare Kaufpreishöhe unter Berücksichtigung der Fremdfinanzierungsstruktur und der angestrebten Eigenkapitalrendite des Financial Sponsors über den Investitionshorizont.

Was ist der Unterschied zwischen einem strukturierten Prozess und einem bilateralen M&A-Deal?

Ein strukturierter M&A-Prozess ist ein kompetitiver Auktionsprozess, bei dem mehrere potenzielle Käufer gleichzeitig angesprochen und in Runden qualifiziert werden. Ein bilateraler Deal hingegen ist eine exklusive Verhandlung zwischen Verkäufer und einem einzelnen Käufer ohne kompetitiven Rahmen.

Der strukturierte Prozess maximiert in der Regel den Kaufpreis, da Wettbewerb unter Bietern eine natürliche Preissteigerung erzeugt. Er ist jedoch zeitintensiver, erfordert erhebliche Managementkapazitäten auf Verkäuferseite und birgt das Risiko von Informationslecks. Für Verkäufer mit klarem Zeitplan und breiter Käuferbasis ist er die bevorzugte Variante.

Bilaterale Deals entstehen häufig aus bestehenden Beziehungen, aus Deal-Origination-Aktivitäten der Käuferseite oder wenn Diskretion eine übergeordnete Rolle spielt. Sie können schneller abgeschlossen werden und bieten dem Verkäufer mehr Kontrolle über den Informationsfluss. Financial Sponsors sind besonders aktiv im bilateralen Bereich, da sie über gut entwickelte Origination-Netzwerke verfügen und Prozessgeschwindigkeit als Wettbewerbsvorteil nutzen.

Wie lange dauert ein M&A-Prozess im Investment Banking?

Ein vollständiger M&A-Prozess dauert im Durchschnitt zwischen vier und neun Monaten vom Mandatsstart bis zum Signing. Das Closing folgt nach weiteren vier bis zwölf Wochen, abhängig von den erforderlichen regulatorischen Freigaben.

Die Vorbereitungsphase nimmt typischerweise vier bis acht Wochen in Anspruch. Ein strukturierter Auktionsprozess mit zwei Bieterrunden dauert weitere zwei bis vier Monate. Die Due-Diligence- und Vertragsverhandlungsphase beansprucht je nach Transaktionskomplexität vier bis acht Wochen zusätzlich.

Verzögerungen entstehen häufig durch unvollständige Datenraumunterlagen, langwierige Vertragsverhandlungen, komplexe Fremdfinanzierungsstrukturen oder unvorhergesehene Ergebnisse aus der Due Diligence. Bei grenzüberschreitenden Transaktionen mit mehreren Jurisdiktionen oder bei Targets im regulierten Financial-Services-Sektor sind längere Timelines die Regel, da Aufsichtsbehörden eigene Prüfungsfristen einhalten müssen.

GKES im M&A-Kontext: Führungskräfte für das Investment Banking

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Wir arbeiten retained, exklusiv und partnerschaftlich, mit der vollen Aufmerksamkeit auf Inhaber- und Partnerebene. Unsere Berater verfügen über eigene operative Erfahrung im Financial-Services-Sektor und sprechen die Sprache der Mandanten und Kandidaten auf Augenhöhe. Unser Dienstleistungsspektrum im Executive Search ist konsequent auf den Financial-Services-Sektor ausgerichtet. Mandanten, die eine Führungsposition im M&A- oder Investment-Banking-Umfeld besetzen möchten, finden auf unserer Seite für Unternehmen den direkten Einstieg in ein Gespräch mit uns.

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