Was sollten Führungskräfte über ECM- und DCM-Karrieren nach ruhigen Marktphasen wissen?
Ruhige Marktphasen verändern ECM- und DCM-Karrieren grundlegend: Wer in einer Marktflaute strategisch vorgeht, positioniert sich für den nächsten Aufschwung deutlich besser als Banker, die passiv abwarten. Das gilt insbesondere für Führungskräfte in Equity Capital Markets und Debt Capital Markets, deren Karrierewert eng an Marktzyklen gekoppelt ist. Die folgenden Fragen beleuchten die wichtigsten Dimensionen dieser Dynamik.
Wie verändern ruhige Marktphasen die Karrierewege in ECM und DCM?
Ruhige Marktphasen verlangsamen die natürliche Karriereprogression in ECM und DCM erheblich, weil Beförderungen und Gehaltssprünge häufig an Deal-Volumina und Bonuspools gekoppelt sind. Wer in einer Flaute keine Transaktionen vorweisen kann, stagniert auf dem Papier, auch wenn die eigentliche Leistung konstant geblieben ist. Gleichzeitig entstehen in solchen Phasen neue Differenzierungsmerkmale.
In Zeiten reduzierter Transaktionsaktivität verlagert sich die Wertschöpfung von der reinen Deal Execution hin zu Relationship Management, Pitching und strategischer Beratung. Banker, die in dieser Phase eng mit Mandanten arbeiten, bauen Coverage-Tiefe auf, die im nächsten Marktzyklus direkt in Deal Flow mündet. Ruhige Phasen sind in diesem Sinne keine Karrierepause, sondern eine Investitionsphase.
Aus Sicht des Executive Search Marktes beobachten wir, dass Banken in Marktflauten häufig ihre Teamstrukturen überdenken. Das führt einerseits zu selektivem Hiring auf strategisch wichtigen Positionen, andererseits zu Abgängen von Führungskräften, die auf ein besseres Timing in einem anderen Haus setzen. Die Fluktuation auf der Führungsebene ist in solchen Phasen oft höher als in Boom-Jahren.
Welche Fähigkeiten werden in ECM und DCM nach Marktflauten besonders gefragt?
Nach einer Marktflaute suchen Banken in ECM und DCM vor allem Führungskräfte mit nachgewiesener Origination-Stärke, belastbaren Mandantenbeziehungen und der Fähigkeit, Transaktionen in einem noch volatilen Umfeld zu strukturieren und zu schließen. Reine Execution-Profile werden seltener priorisiert als Coverage- und Origination-Banker.
Konkret bedeutet das: Wer in der Flaute aktiv Mandantenkontakte gepflegt, Pitches gewonnen und Transaktionen vorbereitet hat, die dann im Aufschwung abgeschlossen werden, hat einen deutlich stärkeren Track Record als jemand, der ausschließlich auf eingehende Mandate gewartet hat. Für DCM-Banker rücken zusätzlich Expertise in Liability Management, Refinanzierungsstrategien und Debt Advisory in den Vordergrund, da Emittenten in Stressphasen komplexere Beratungsleistungen benötigen.
Im ECM-Bereich gewinnen Banker an Profil, die Equity Stories auch in schwierigen Marktumfeldern überzeugend kommunizieren können und Erfahrung mit Strukturen wie Rights Issues, Convertibles oder Block Trades mitbringen. Diese Transaktionstypen sind in ruhigen Phasen häufiger als klassische IPOs und hinterlassen trotzdem relevante Credentials.
Wann ist der richtige Zeitpunkt für einen Wechsel nach einer Marktflaute?
Der optimale Zeitpunkt für einen Wechsel nach einer Marktflaute liegt in der Regel kurz vor oder zu Beginn des Marktaufschwungs, nicht in dessen Hochphase. Wer zu früh wechselt, riskiert, in einem neuen Haus ohne Bonusanspruch in die Erholungsphase zu starten. Wer zu spät wechselt, verpasst die Aufbauphase im neuen Institut.
Entscheidend ist dabei das Zusammenspiel mehrerer Faktoren:
- Bonusstruktur: Wann ist der letzte Bonus ausgezahlt, und welche Cliff-Perioden laufen aus?
- Marktsentiment: Gibt es erste Signale für eine Belebung der Primärmarktaktivität?
- Interne Perspektive: Ist eine Beförderung oder Gehaltsanpassung im aktuellen Haus realistisch?
- Mandantenbuch: Welche Beziehungen können mitgenommen werden, und wie ist die Bindung an das aktuelle Institut geregelt?
Führungskräfte, die einen Wechsel in Betracht ziehen, sollten frühzeitig den Markt sondieren, auch wenn sie noch nicht aktiv suchen. Karrierewege im Investment Banking lassen sich am besten dann gestalten, wenn man nicht unter Zeitdruck steht.
Wie unterscheiden sich ECM- und DCM-Karrieren in Bezug auf Marktzyklizität?
ECM-Karrieren sind stärker zyklisch als DCM-Karrieren, weil Aktienemissionen eng an Bewertungsniveaus und den Risikoappetit der Investoren gebunden sind. DCM profitiert dagegen auch in ruhigeren Aktienmärkten von Refinanzierungsbedarf, Liability Management und der strukturellen Nachfrage nach Fremdkapital, was die Karrieredynamik stabilisiert.
Im Vergleich bedeutet das konkret:
ECM-Karrieren: Hohe Zyklizität, hohe Upside
In Boom-Phasen sind ECM-Banker mit starkem IPO-Track-Record besonders gefragt und erzielen entsprechende Kompensationspakete. In Flauten sinkt die Transaktionsaktivität jedoch deutlich schneller als im Debt-Bereich. Führungskräfte in ECM müssen daher in ruhigen Phasen besonders aktiv an ihrer Sichtbarkeit und ihrem Origination-Netzwerk arbeiten, um im nächsten Fenster sofort liefern zu können.
DCM-Karrieren: Stabilere Basis, breiteres Spektrum
DCM-Banker profitieren von einer breiteren Produktpalette, die auch in schwierigen Marktphasen relevant bleibt: Investment-Grade-Emissionen, High-Yield-Transaktionen, Schuldscheindarlehen, Covered Bonds und strukturierte Produkte. Wer zudem Debt Advisory und Liability Management abdeckt, hat ein Profil, das über den gesamten Marktzyklus hinweg gefragt ist. Das macht DCM-Karrieren aus Sicht der Karrierestabilität oft attraktiver, wenn auch mit geringerer Upside in Hochphasen.
Wie positionieren sich Führungskräfte aus ECM und DCM für Rollen außerhalb der Bank?
Führungskräfte aus ECM und DCM sind für eine Reihe von Rollen außerhalb des klassischen Investmentbankings attraktiv, insbesondere in Corporate Finance Funktionen bei Emittenten, in Investor Relations, im Asset Management sowie im Financial Services Consulting. Entscheidend ist, das eigene Profil gezielt auf die Anforderungen dieser Rollen zu übersetzen.
Für den Wechsel auf die Corporate-Seite sind vor allem Banker interessant, die Erfahrung in der Begleitung von Emittenten haben und die Perspektive des Kapitalmarkts aus der Coverage-Funktion kennen. Treasurer, CFO-Stäbe und Investor-Relations-Teams suchen Kandidaten, die die Sprache der Investmentbanken sprechen und gleichzeitig strategisch denken.
Im Financial Services Consulting suchen Mandate häufig Banker mit regulatorischer Expertise und Capital-Markets-Erfahrung, etwa für Transformationsprojekte im Bereich Post-Trade, Clearing oder Settlement. Wer in DCM strukturierte Produkte mit Berührungspunkten zu EMIR oder MiFID II betreut hat, bringt ein Profil mit, das im Beratungsumfeld direkt anschlussfähig ist. Einen Überblick über die relevanten Disziplinen im Financial-Services-Sektor zeigt, wie breit diese Anschlussmöglichkeiten tatsächlich sind.
Was sollten ECM- und DCM-Banker bei Gehaltsverhandlungen nach Marktflauten beachten?
Nach einer Marktflaute sind Gehaltsverhandlungen für ECM- und DCM-Banker anspruchsvoller, weil Bonuspools geschrumpft sind und Banken Kostendisziplin priorisieren. Dennoch besteht für Führungskräfte mit starkem Track Record und klarer Origination-Perspektive erheblicher Verhandlungsspielraum, wenn sie die richtigen Argumente setzen.
Einige zentrale Punkte für erfolgreiche Gehaltsverhandlungen in diesem Kontext:
- Track Record objektivieren: Transaktionsvolumina, Mandantenbeziehungen und Origination-Beiträge müssen konkret und belegbar kommuniziert werden, nicht nur als narratives Selbstbild.
- Vergleichswerte kennen: Der Markt für Senior-Banker in ECM und DCM ist transparent genug, um realistische Bandbreiten einschätzen zu können. Wer ohne diese Orientierung verhandelt, lässt häufig Geld auf dem Tisch.
- Gesamtpaket bewerten: Base, Bonus-Garantie, Deferred Compensation und Sign-on sind in Summe zu verhandeln, nicht isoliert. Gerade nach Flauten werden Garantien wichtiger als variable Komponenten.
- Timing nutzen: Wer in einer frühen Aufschwungphase wechselt, verhandelt aus einer stärkeren Position als jemand, der in der Hochphase kommt, wenn die Stellen bereits besetzt sind.
Führungskräfte, die nach einer Marktflaute einen Wechsel prüfen, sollten zudem die Retention-Logik des aktuellen Arbeitgebers verstehen: Wer als Originator mit aktivem Mandantenbuch gilt, hat eine deutlich stärkere Verhandlungsposition als jemand, der primär als Execution-Ressource wahrgenommen wird.
Wie GKES ECM- und DCM-Führungskräfte in ihrer Karriereentwicklung unterstützt
Wir bei GKES begleiten Führungskräfte aus Equity Capital Markets und Debt Capital Markets bei Karriereentscheidungen, die Timing, Positionierung und Kompensation gleichermaßen betreffen. Als inhabergeführte Executive-Search-Boutique mit eigener operativer Markterfahrung im Investment Banking sprechen wir die Sprache dieser Mandate und bieten mehr als einen reinen Vermittlungsservice.
Konkret bedeutet das:
- Diskrete Marktanalyse zu relevanten Positionen im ECM- und DCM-Umfeld, auch ohne aktiven Suchauftrag
- Einschätzung des eigenen Marktwerts auf Basis aktueller Mandatserfahrung und Vergleichsdaten
- Positionierungsberatung für Wechsel in Corporate-Funktionen, Asset Management oder Consulting
- Begleitung von Gehaltsverhandlungen auf Senior- und Managing-Director-Ebene
- Zugang zu nicht öffentlich ausgeschriebenen Führungspositionen im deutschsprachigen Financial-Services-Markt
Führungskräfte, die ihren nächsten Karriereschritt strategisch vorbereiten möchten, finden auf unserer Vakanzenseite aktuelle Mandate oder nehmen direkt Kontakt auf. Wir führen solche Gespräche vertraulich, auf Augenhöhe und ohne Verpflichtung.
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