Warum scheitern viele Beratungsprojekte im Financial-Services-Sektor an fehlendem Fachpersonal?

Daniel Hoffmann ·
Leerer Chefsessel am Kopfende eines schwarzen Konferenztisches mit Frankfurter Bankenviertel-Skyline im Abenddämmerungslicht.

Beratungsprojekte im Financial-Services-Sektor scheitern häufig nicht an der Methodik oder der strategischen Ausrichtung, sondern an einem einzigen Engpass: Es fehlen die richtigen Finance Professionals zum richtigen Zeitpunkt. Der Markt für erfahrene Führungskräfte und Senior-Berater mit echter Sektorkompetenz ist strukturell eng, der Wettbewerb um diese Profile ist intensiv. Die folgenden Fragen beleuchten, warum das so ist und was Beratungshäuser daraus ableiten sollten.

Welche Fachprofile fehlen in Financial-Services-Projekten am häufigsten?

In Beratungsprojekten im Financial-Services-Sektor fehlen am häufigsten Profile mit echter operativer Tiefe: Senior-Berater mit Hands-on-Erfahrung in Regulatory Transformation, Risk Architecture, Core-Banking-Modernisierung sowie Spezialisten für Leveraged Finance, M&A-Prozesse oder Capital Markets. Gefragt sind keine Generalisten, sondern Professionals mit nachweisbarem Track Record in klar definierten Disziplinen.

Besonders ausgeprägt ist der Mangel an Führungskräften, die regulatorische Anforderungen wie MaRisk, DORA oder Basel IV nicht nur kennen, sondern in komplexen Projektkontexten bereits umgesetzt haben. Gleiches gilt für Spezialisten im Bereich Financial Crime, AML und Operational Resilience, wo regulatorischer Druck und Projektnachfrage seit Jahren parallel steigen. Auch im Bereich Payments, Open Banking und Embedded Finance übersteigt die Projektnachfrage das verfügbare Senior-Talent deutlich. Diese Profile verbinden technologisches Verständnis mit institutionellem Know-how, eine Kombination, die sich nicht kurzfristig aufbauen lässt.

Warum ist die Besetzung von Projektpositionen im Finanzsektor so schwierig?

Die Besetzung von Projektpositionen im Financial-Services-Sektor ist deshalb so schwierig, weil die gefragtesten Finance Professionals in der Regel nicht aktiv auf Stellensuche sind. Sie sind latent wechselbereit, gut versorgt und selektiv. Wer diese Zielgruppe erreichen will, braucht Zugang zu einem Netzwerk, das weit über klassische Stellenausschreibungen hinausgeht.

Hinzu kommt die spezifische Anforderungsstruktur von Beratungsprojekten: Gesucht werden Professionals, die sofort produktiv sind, keine lange Einarbeitungszeit benötigen und gleichzeitig auf Augenhöhe mit dem Kunden agieren können. Das schließt viele Profile aus, die formal qualifiziert wären, aber den institutionellen Stallgeruch vermissen lassen. Wer etwa ein Core-Banking-Transformationsprojekt bei einer Großbank leitet, muss verstehen, wie Entscheidungen in einer solchen Institution tatsächlich fallen, nicht nur, wie Lehrbücher es beschreiben.

Erschwerend kommt hinzu, dass der Zeithorizont für Projektbesetzungen oft sehr eng ist. Beratungshäuser gewinnen ein Mandat und müssen innerhalb weniger Wochen ein belastbares Team aufstellen. Diese Kombination aus Qualitätsanspruch und Zeitdruck macht den Markt für Projektpositionen zu einem der anspruchsvollsten Besetzungsfelder im gesamten Financial-Services-Sektor.

Was passiert, wenn ein Beratungsprojekt ohne geeignetes Fachpersonal startet?

Startet ein Beratungsprojekt ohne geeignetes Fachpersonal, entstehen unmittelbar Qualitäts- und Glaubwürdigkeitsprobleme gegenüber dem Kunden. Die Folgen reichen von verzögerten Deliverables über inhaltliche Schwächen in der Projektarbeit bis hin zum vollständigen Vertrauensverlust auf Kundenseite, was in manchen Fällen den Verlust des Mandats bedeutet.

In der Praxis versuchen Beratungshäuser, diesen Engpass mit internen Umbesetzungen zu überbrücken, was wiederum an anderer Stelle Lücken reißt. Profile werden gestreckt, Seniors übernehmen Aufgaben, die eigentlich spezialisierte Expertise erfordern, und das Projektergebnis leidet darunter. Gerade im Financial-Services-Sektor, wo Kunden selbst über tiefe Fachkenntnis verfügen, fällt das schnell auf. Ein Managing Director einer Investmentbank oder ein Chief Risk Officer einer Versicherung bemerkt sofort, wenn der Gegenüber auf Beraterseite nicht wirklich in der Materie ist.

Langfristig schädigt ein solcher Projektstart die Reputation des Beratungshauses, erschwert Folgemandate und sendet ein Signal in den Markt, das schwer zu korrigieren ist. Die Fehlbesetzungskosten eines schlecht besetzten Projekts übersteigen in aller Regel die Kosten einer frühzeitig eingeleiteten, professionellen Personalsuche um ein Vielfaches.

Wie unterscheidet sich die Personalsuche für Beratungsprojekte von der klassischen Festanstellung?

Die Personalsuche für Beratungsprojekte unterscheidet sich von der klassischen Festanstellung vor allem durch die Kombination aus Geschwindigkeit, Spezialisierungstiefe und dem oft temporären oder projektgebundenen Charakter der Rolle. Während bei einer Festanstellung ein längerer Prozess mit mehreren Gesprächsrunden akzeptiert wird, zählt bei Projektbesetzungen jede Woche.

Gleichzeitig sind die inhaltlichen Anforderungen bei Projektpositionen oft noch präziser definiert. Es geht nicht darum, jemanden langfristig ins Team zu integrieren, sondern darum, ein spezifisches Deliverable mit nachweisbarer Expertise zu liefern. Das erfordert eine Suchstrategie, die auf aktive Netzwerkansprache und direkte Kandidatenansprache ausgerichtet ist, nicht auf passive Bewerbungsprozesse.

Ein weiterer Unterschied liegt in der Kandidatenpsychologie: Viele der gefragtesten Finance Professionals sind grundsätzlich offen für interessante Projektkonstellationen, aber nur dann, wenn Inhalt, Kaliber des Kunden und die eigene Positionierung im Projekt stimmen. Diese Abwägung ist feiner und individueller als bei einer klassischen Karriereentscheidung für eine Festanstellung. Wer diese Profile ansprechen will, muss das Projekt verkaufen können, nicht nur die Stelle.

Wann sollten Beratungshäuser externe Personalberater für Projektbesetzungen einschalten?

Beratungshäuser sollten externe Personalberater für Projektbesetzungen einschalten, sobald das interne Netzwerk nicht ausreicht, um die benötigte Spezialisierungstiefe innerhalb des verfügbaren Zeitfensters abzudecken. Je enger der Markt für das gesuchte Profil und je kürzer der Zeitpuffer, desto früher sollte dieser Schritt erfolgen.

Ein häufiger Fehler ist, zu lange auf interne Ressourcen oder bekannte Kontakte zu setzen und erst dann externe Unterstützung zu suchen, wenn der Zeitdruck bereits kritisch ist. Dann ist der Spielraum für eine sorgfältige Suche minimal, und die Qualität der verfügbaren Kandidaten leidet. Frühzeitig eingeschaltete Executive-Search-Expertise schafft dagegen den nötigen Vorlauf, um auch passive Kandidaten anzusprechen und den Auswahlprozess inhaltlich zu führen.

Besonders sinnvoll ist die Einbindung externer Personalberater bei folgenden Konstellationen:

  • Das gesuchte Profil kombiniert regulatorische Tiefe mit Projektleitungserfahrung auf Senior-Level
  • Das Projekt erfordert Kandidaten mit spezifischen institutionellen Hintergründen (z. B. Erfahrung in einer Tier-1-Bank oder einem systemrelevanten Versicherer)
  • Die Besetzung muss diskret erfolgen, etwa weil das Projekt intern noch nicht kommuniziert wurde
  • Mehrere Positionen müssen parallel besetzt werden, was interne Kapazitäten übersteigt

Welche Rolle spielt Diskretion bei der Besetzung sensibler Beratungspositionen?

Diskretion spielt bei der Besetzung sensibler Beratungspositionen eine zentrale Rolle, weil viele Projekte im Financial-Services-Sektor vertrauliche Informationen berühren: laufende Transaktionen, regulatorische Schwachstellen, strategische Neuausrichtungen oder interne Restrukturierungen. Schon die Tatsache, dass ein bestimmtes Profil gesucht wird, kann Rückschlüsse auf die Situation des Kunden erlauben.

Das gilt auf beiden Seiten des Prozesses. Auf Kandidatenseite bedeutet Diskretion, dass ein aktiv beschäftigter Senior Professional nicht riskieren möchte, dass sein aktueller Arbeitgeber von einer Gesprächsbereitschaft erfährt. Auf Kundenseite bedeutet es, dass Projektinhalte und Mandatsdetails nicht unkontrolliert in den Markt getragen werden dürfen. Beide Anforderungen lassen sich nur erfüllen, wenn der Suchprozess von Anfang an mit entsprechender Sorgfalt geführt wird.

Ein professioneller Executive-Search-Prozess schützt beide Seiten strukturell: durch kontrollierte Kandidatenansprache, klare Vertraulichkeitsvereinbarungen und einen Prozess, der nur die wirklich relevanten Profile einbezieht, statt breit in den Markt zu streuen. Gerade im engen Netzwerk des Financial-Services-Sektors, wo viele Entscheider einander kennen, ist dieser Aspekt nicht verhandelbar.

Wie GKES Beratungshäuser bei der Projektbesetzung unterstützt

Wir bei GKES sind eine inhabergeführte Executive-Search-Boutique mit Spezialisierung auf den Financial-Services-Sektor. Unsere Berater waren selbst in unterschiedlichen Disziplinen des Sektors tätig, was uns ein 360-Grad-Verständnis der Mandate ermöglicht. Wir sprechen die Sprache der Beratungshäuser, kennen die Anforderungsprofile und verstehen, warum ein Kandidat für ein spezifisches Projekt geeignet ist oder nicht.

Für Beratungsprojekte im Financial-Services-Sektor bieten wir konkret:

  • Direkte Ansprache passiver Finance Professionals mit nachweisbarem Track Record in den relevanten Disziplinen
  • Besetzung einzelner Schlüsselpositionen ebenso wie ganzer Projektteams
  • Strikte Diskretion auf Kandidaten- und Mandantenseite als strukturelles Merkmal unseres Prozesses
  • Schnelle Reaktionszeiten dank eines belastbaren Netzwerks in Investment Banking, Financial Services Consulting, Banken und Versicherungen
  • Fachliche Augenhöhe, die es uns erlaubt, Anforderungsprofile zu schärfen und Kandidaten inhaltlich zu qualifizieren

Wenn Ihr nächstes Beratungsprojekt die richtigen Senior-Profile braucht und der Zeitdruck bereits spürbar ist, sprechen Sie uns an. Weitere Informationen zu unserem Ansatz finden Sie auf unserer Seite für Unternehmen.

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